Quelle: Bote von Wilisch Oktober 2005 Nr.215

Sonntag, 28. August 2005. Strahlend blauer, wolkenloser Himmel nach der langen Schlechtwetterperiode - da wird wohl der Wilisch schon nach uns Ausschau halten! Mit dem "gelben Punkt" wandern wir am zeitigen Vormittag vom Parkplatz am Gänselieselbrunnen südwärts Richtung Hermsdorf.
Die schattenspendenden Kastanien am Wegrand sehen schon herbstlich aus, unter einer entdecken wir drei große Parasolpilze. Die kleine Sitzgruppe links am Anfang des Waldes steht gerade richtig, um eine Verschnaufpause einzulegen. Wir kommen an der schön gewachsenen Linde im Wiesengrund rechts vorüber - die habe ich schon als Junge bewundert, als ich nach dem Krieg mit meiner Mutter nach Reinberg hamstern gegangen bin. Heute ist sie ein stattlicher Baum.
Am Scheitelpunkt des Geländes haben wir von Kreischa 235 Höhenmeter bewältigt. "Lieber Herr Zickler - hier müsste eine Bank stehen" stöhnt Inge, ehe sie sich der herrlichen Aussicht nach Süden ins Osterzgebirge zuwendet. Jetzt ist auch der nun abwärts führende Weg ausgebessert, was das Laufen doch erleichtert. Diesmal bleibt unser Wilisch links liegen - an Hermsdorf vorüber geht es Richtung Karsdorf. Da die Zufahrt zur B 170 gesperrt ist, haben wir die "Panoramastraße" - wie wir sie genannt haben - ganz für uns. Das ist doch eine Bilderbuchlandschaft, die sich hier nach Süden öffnet!
Am Zscheckwitzer Holz geht es rechts Richtung Quohren und zur Schutzhütte am Kipsenrand hinauf. Da sind doch tatsächlich die beiden Sitzbretter verschwunden, sodass wir auf der Tischplatte sitzen müssen. Was sind das nur für Menschen - muss man jetzt Hütten und Bänke aus Stahl und Beton bauen?! Die Wanderkarte hier steht leider zu sehr in der Sonne und ist stark verblichen - schattige Standorte wären besser! Nun wandern wir munter bergab, und bald grüßt das Türmchen der alten Quohrener Schule zu uns herauf. Die Talstraße am Quohrener Bach haben wir wieder für uns - der Brückenbau verhindert den Durchgangsverkehr.
Die letzten Meter durch Kreischa fallen doch schon etwas schwer, zumal die Sonne jetzt ganz schön herunterprasselt. Unser "kleiner Roter" erwartet uns mit gemütlicher Wärme. Es waren wieder vier wunderschöne Stunden in unserem Wandergebiet, und wir freuen uns auf ein ordentlichen Mittagessen in der gemütlichen "Mooshütte" in Wittgensdorf.
Mit freundlichen GrüßenInge und Siegfried
