Die Schule von Quohren
Unterrichtet wurde im Erdgeschoss des Hauses, wo sich 2 ca. 60m² große
Klassenräume befanden. Jeweils 2 Klassen waren in einem Klassenzimmer
untergebracht. 1.+2. und 3.+4. Klasse teilten sich die Unterrichtsräume.
Später wurde dann noch ein separater Werkraum auf dem Dachboden des
Hauses eingerichtet, um die handwerklichen Fähigkeiten gleich mit zu
schulen.
Bis Mitte der 70er Jahre, um genau zu sein bis 1973, war die Schule in
Betrieb, denn zur gleich Zeit wurde in Kreischa eine neue Schulgebäude
erbaut, wo die Schüler der 1. bis 10. Klasse unterrichtet wurden.
Die Schule in Kreischa wurde 1973 eröffnet und seit dem gehen die Kinder aus den umliegenden Ortschaften in Kreischa zur Schule.
Von der Schule zum Wohnhaus
Wir schreiben das Jahr 1973, und alle Kinder gehen in die neue Schule in Kreischa. Doch was sollte nun aus der kleinen Schule in Quohren werden?
Nun, das Erdgeschoss des Gebäudes wurde für den hiesigen Konsum
umgebaut. Dafür wurden alle Schulbänke, Tafeln, und alles was mit der
Schule einmal zu tun hatte, herausgerissen und weggeworfen.
Auch der schöne alte Fußboden musste einem Betonfußboden mit Fliesen
weichen. Und so zog dann nach 1973 der Konsum in das Ergeschoss ein.
Doch was sollte aus den Wohnungen im 1. Geschoss werden?
In die eine Wohnung, wo die Schulleitung wohnte, zogen nach 1973 meine
Eltern ein, und in der anderen Wohnung wohnte noch ein alter Lehrer.
1991 wollte die Gemeinde Kreischa dann das Haus verkaufen. Da es schon
immer Gemeindebesitz war gab es auch keine Vorbesitzer, denen das Haus
gehören könnte, und so beschloss der Gemeinderat von Kreischa, dass die
Mieter das Vorkaufsrecht bekommen.
Da der alter Lehrer schon Rentner war, wollte er das Haus natürlich
nicht kaufen, und so entschlossen sich meine Eltern, das Haus samt
Grundstück von der Gemeinde zu kaufen.
Wie ging es nach der Wende 1990 weiter?
Der Staub der abgerissenen Mauer, die Ost- und Westdeutschland einst trennte, hatte sich gelegt, und seit 1991 sind meine Eltern Eigentümer der alten Schule von Quohren.
Da nach der Wende alles, was Industrie im Osten war, niedergemacht
wurde, verschwand 1990/1991 auch der Konsum aus dem Erdgeschoss. Von nun
an waren wir alleine mit diesem Wahrzeichen von Quohren.
Also packten wir kräftig an und begannen das Haus von Grund auf zu
sanieren. Über die Jahre hinweg erstrahlte das Haus langsam wieder in
neuem Glanz, bis wir schließlich im Jahr 2000, nach 8 Jahren
unermüdlichen Bauens endlich fertig waren.
Der ein oder andere wird sich sicherlich fragen, warum das so lange
gedauert hat...Auch diese Frage ist schnell beantwortet. Zur Sanierung
des Hauses wurden keine Firmen herangezogen, sondern nur die Kraft der
eigenen Hände und mit Hilfe von Freunden und Verwandten wurde das Haus
in das verwandelt, was es heute ist.